Vaginalultraschall (Vaginalsonographie)

Nicht jede Veränderung ist tastbar!

Durch das Abtasten der Geschlechtsorgane mit zwei Händen (bimanuell), also Einführen eines Fingers in die Scheide und Tasten mit der anderen Hand über die Bauchdecke, kann zwar ein guter erster Eindruck vermittelt werden, ob mit krankhaften Veränderungen der Gebärmutter oder der Eierstöcke zu rechnen ist. Alles ist jedoch bei der gynäkologischen Untersuchung nicht tastbar! Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie

  • Voroperationen mit entsprechenden Verwachsungen hatten
  • übergewichtig sind
  • oder die Bauchdecke nur sehr schwer entspannen können.

Bei der Vaginalsonographie wird eine spezielle dünne Ultraschallsonde (aus hygienischen Gründen mit einem Einmal-Schutzüberzug) in die Scheide eingeführt.

Dabei werden dargestellt:

  • Gebärmutter (Uterus)
  • Eierstöcke (Ovarien) (mitunter bei Überlagerung durch Darm nicht sichtbar)
  • Eileiter (Tuba uterina) (nur bei krankhaften Veränderungen sichtbar)
  • Douglas-Raum (taschenförmige Aussackung des Bauchfells zwischen Mastdarm und Gebärmutter, die bis an das hintere Scheidengewölbe heran reicht)
  • Harnblase

Die Untersuchung der Organe des kleinen Beckens unter Verwendung der Vaginalsonographie gehört zur Standarddiagnostik bei allen gynäkologischen Erkrankungen, der Sterilitätsdiagnostik und in der Frühgravidität (im ersten Drittel der Schwangerschaft/1. Trimenon).

Überdies ist das Verfahren auch bei einer vorliegenden Schwangerschaft als Vorsorgemaßnahme für Mutter und Kind zu sehen. Die sonographische Untersuchung bietet die Möglichkeit, eine hoch auflösende Darstellung der Organe des kleinen Beckens zu erreichen und stellt ein genaueres Verfahren dar als die transabdominale Sonographie.

Anwendungsgebiete

  • Schwangerschaft (Gravidität)
  • Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft (Extraunteringravidität, kurz EUG) bzw. Bauchhöhlenschwangerschaft
  • Verdacht auf eine drohende Fehlgeburt (Abort)
  • Fehlgeburt, bei der die Fruchtanlage abgestorben ist, aber keine Blutungen auftreten (missed abortion) Nachweis fehlender Herzaktionen
  • unvollständiger Abort, d. h. Plazentateile in der Gebärmutter verblieben sind
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Risikoschwangerschaft
  • Fehlbildungen der Gebärmutter (Uterusfehlbildungen)
  • Eierstockzysten (Ovarialzysten)
  • Veränderungen des Eileiters (Tubenveränderungen) wie z. B. Saktosalpinx, Hämatosalpinx (Flüssigkeits- bzw. Blutansammlung im Eileiter)

Ihr Nutzen

Die Vaginalsonographie stellt eine exakte, schmerzfreie und risikoarme Methode dar, mit der eventuelle Entwicklungsstörungen ihres Kindes frühzeitig bemerkt und falls erforderlich, rechtzeitig diagnostische oder therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden können. Ebenso ist bei der potentiell lebensbedrohlichen Eileiterschwangerschaft die Differenzierung gegenüber einer normalen Frühschwangerschaft in der Gebärmutter nur durch Ultraschall zuverlässig möglich.

Die Vaginalsonographie kann im Erwachsenenalter, wenn Sie bereits Geschlechtsverkehr hatten und evtl. Kinder geboren haben, immer eingesetzt werden. Ist eine Patientin noch Jungfrau oder hat im Alter eine durch Hormonmangel verengte (atrophische) Scheide, müssen wir auf den Ultraschall durch die Bauchdecke (abdominale Sonographie) ausweichen. Diese Technik ist vom Hausarzt bzw. Internisten nahezu allen Patienten bekannt.

Ist hierdurch bei verdächtigen Befunden am Eierstock (z. B. Zysten) keine eindeutige Diagnose möglich, kann in Sonderfällen auch eine Ultraschalluntersuchung durch den Enddarm (transrektale Sonographie) erfolgen,

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