Fetomaternaler Doppler

Wird Ihr Kind richtig versorgt?

Neben der Wachstumskontrolle per Ultraschall bietet der Gefäßdoppler eine wichtige Möglichkeit, die kindliche Blutströmung und damit die Versorgung genauer zu untersuchen. Dies beruht auf dem physikalischen Doppler-Effekt: Bewegte Teilchen (also hier die Blutkörperchen) reflektieren die Ultraschallwellen mit einer bestimmten Frequenz, die sich von der Sendefrequenz des Schallkopfes unterscheidet, je nachdem, ob sie sich auf den Schallkopf zu- oder von ihm wegbewegen. Diese Frequenz kann mit bestimmten Meßverfahren analysiert und ausgewertet werden.

Aus dem Alltag ist Ihnen allen diese Phänomen bekannt: Denken Sie an ein Einsatzfahrzeug von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst, das mit Blaulicht und Einsatzhorn an Ihnen vorbeifährt. Die Tonhöhe verschiebt sich von höherer zu tieferer Frequenz, wenn das Fahrzeug zunächst auf Sie zu, danach dann von Ihnen wegfährt.

Uns erlaubt der Doppler-Ultraschall, frühzeitig eine sich anbahnende Gefährdung des Kindes zu erkennen. Ist das Doppler-Signal bei einem für die Schwangerschaftswoche kleinen Kind völlig normal, kann zunächst die weitere Entwicklung abgewartet und der Doppler im Abstand von etwa 14 Tagen kontrolliert werden. Bei pathologischem Doppler werden wir immer mit einem Perinatalzentrum zusammenarbeiten und die Kontrollen wesentlich engmaschiger durchführen. Im Einzelfall kann auch eine vorzeitige Entbindung durch Geburtseinleitung oder Kaiserschnitt erforderlich werden. Hierfür ist der Doppler eine unerläßliche Entscheidungshilfe.

Sollte sich während der Schwangerschaft eine krankhafte Abweichung zeigen oder deren Entwicklung abzeichnen, ist der Doppler selbstverständlich Kassenleistung (s. Doppler)

Er kann jedoch auch zur Früherkennung eines erhöhten Risikos für Präeklampsie eingesetzt werden. Diese Stoffwechselstörung unbekannter Ursache tritt bei ca. 5% aller Schwangeren auf und kann sowohl für die Mutter als auch für das Kind gefährlich, u. U. lebensbedrohlich, werden. Es handelt sich um eine Kombination aus Bluthochdruck (Hypertonie), Wassereinlagerungen (Ödemen) und vermehrter Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie). Aus den Anfangsbuchstaben wurde deshalb früher das Kürzel "EPH-Gestose" gebildet.

Ein erhöhtes Risiko ist immer zu vermuten, wenn Sie in einer vorangegangenen Schwangerschaft bereits eine Präeklampsie hatten. Hier ist der Doppler eine Kassenleistung!

Er kann jedoch generell zur Früherkennung sinnvoll eingesetzt werden, wenn Sie übergewichtig sind, in der Familie gehäuft Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Schlaganfall, Thrombosen oder Embolien aufgetreten sind. Und dies auch dann, wenn Sie Ihr erstes Baby erwarten.

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